Im April trat die EU-Verordnung zur Liberalisierung der Verpackungsgrößen und Füllmengen in Kraft. Bis zu dieser Verordnung gab es genormte fixe Verpackungsgrößen und Füllmengen.
Dies ist jetzt jedoch Geschichte, denn mittlerweile können sämtliche Produkte des täglichen Gebrauchs in beliebig große Verpackungen abgefüllt werden. Ein Flascheninhalt von 355ml oder eine Müsli-Verpackung mit 460g waren noch vor wenigen Wochen verboten. Durch die unterschiedlichen Abfüllungen und Verpackungen müssen nun die Konsumenten noch genauer auf den Grundpreis achten, um überhaupt Produkte vergleichen zu können.
Die Angabe des Preises pro Kilo oder pro Liter muss in den Supermarkt-Regalen unter dem jeweiligen Produkt angebracht sein. Kritisiert wird von den Konsumentenschützern jedoch, dass der Grundpreis meist klein und unleserlich auf den Etiketten angebracht ist. Momentan wird gerade an einer genormten Ausschilderungspflicht gearbeitet, damit auch ältere Menschen den Grundpreis leicht ablesen können.
Das EU-Statistikamt hat kürzlich eine Studie heraus gegeben, wonach sich die Inflation seit Mai 2008 nicht geändert hat, sie lag bei überraschenden 0,0%. Vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm, denn die Liberalisierung der Verpackungsgrößen und Füllmengen öffnet Mogelpackungen nun alle Türen. Beim Verein für Konsumenteninformation (VKI) wurden bereits erste Mogelpackungen gemeldet, die Zahl der Beschwerden wird aber noch steigern.
Ein eindrucksvolles Beispiel sind die Taschentücher-Verpackungen, diese enthalten bei machen Sorten seit kurzem nur mehr 9 statt wie bisher 10 Taschentücher. Klingt nach nicht viel, entspricht aber einer Preissteigerung von 10%! Ebenso werden die neuen Verpackungsgrößen bei anderen Produkten Einzug halten, bliebt nur die Frage wann sie entdeckt werden…
Klar sind alle aufgeregt, weil die Firmen so unmerklich ihre Preise erhöhen, aber ist es denn Betrug, wenn die Hersteller alle Angaben sonst korrekt angeben? Selbst wenn sie versuchen es so unscheinbar zu machen.
Es bleibt jedem Kunden überlassen, ob er die Ware kauft oder nicht. Es ist weniger ein Betrug als unfaires Verhalten dem Kunden gegenüber. Aber dieses Verhalten ist schon öfter in der Vergangenheit praktiziert worden.
Die Lebenssonde
Dann wirds bald haßn: “Aleeeex nimm ma bitte a 99gramm Tafel Schoko mit!!!”