01
Apr09

Counterstrike, Liebling der Amokläufer

counter_strike_sourceWenn man sich die Amokläufe der letzen Jahre ansieht so kann man fast sagen es zeichnet sich ein trauriger Trend ab, denn es scheint fast so das “Amoklaufen” in Mode kommt.

Der letzte Amoklauf liegt gerade drei Wochen zurück. In Winnenden erschoss  am 11. März 2009 ein 17-jähriger Schüler der Albertville-Realschule 15 Menschen mit einer Pistole. Nach insgesamt 112 Schüssen und gescheiterter Flucht erschoss er sich selbst. Angeblich hatte der Schüler seine Tat zuvor in einem Chat angekündigt, dies entpuppte sich jedoch als fehlerhafte Analyse der ermittelnden Polizei.

Am 20. November 2006 ereignete sich an der Geschwister-Scholl-Realschule in Emsdetten ein ähnlicher Amoklauf. Ein ehemaliger 18-jähriger Schüler schoss wahllos auf Menschen und zündete Rauchbomben. Anschließend tötete er sich selbst. Der Amoklauf wurde bereits zweieinhalb Jahre zuvor in einem Internetforum angekündigt, aber nicht ernst genommen. Ausgestattet mit zwei Perkussionswaffen, zwei Gewehren, einer Pistole, acht Rohrbomben sowie einem Messer am Körper machte er seine Drohung war. Im Auto zurückgelassen hatte er weitere vier Rohrbomben, drei Brandbomben sowie eine Machete.

Der Amoklauf 2002 in Erfurt forderte 17 Todesopfer und weist ähnliche Parallelen auf. Bewaffnet mit einer Pumpgun und einer Glock 17 stürmte der Amokläufer seine damalige Schule und schoss wahllos auf Schüler und Lehrer.

Killerspiele als Auslöser?

Für solch schlimme Taten muss wie immer schnell ein Sündenbock her, in diesem Fall war er relativ leicht zu finden. Alle Amokläufer waren glühende Anhänger von sogenannten “Killerspielen” wie z.B. Counterstrike. Angeblich haben die Amokläufer sogar in der Nacht zuvor noch eifrig Counterstrike gespielt und somit in der virtuellen Realität wahrscheinlich tausendmal getötet.

Die Forderung der Regierung für “Killerspiele” die Altersbeschränkung zu erhöhen oder diese gar zu verbieten ist meines Erachtens ein lächerlicher Ansatz. Millionen Jugendliche spielen weltweit Counterstrike, aber trotzdem rennt niemand von denen in eine Schule und verübt ein Massaker.

Mobbing, Hass und Waffen

Die Amokläufer wurden meistens jahrelang in der Schule gemobbt und galten als Außenseiter. Es muss ein furchtbares Gefühl sein wenn man Tag für Tag mit Angst in die Schule geht, weil man nicht weiß wie man heute wieder erniedrigt wird. Die soziale Einstellung der Jugendlichen sowie der respektvolle Umgang miteinander hat sich in den letzten Jahren stark geändert und dies nicht gerade zum Positiven. Der Respekt vor Mitmenschen gerät bei Jugendlichen immer mehr ins Hintertreffen, wer andere mobbt gilt heutzutage als cool. Gefragt sind hier die Bildungseinrichtungen sowie die Eltern, damit der richtige soziale Umgang wiederhergestellt vermittelt wird.

Die Debatte über das Waffengesetzt wurde durch die Amokläufe natürlich wieder angeheizt, aber es ist fraglich ob ein strengeres Waffengesetz wirklich Erfolge bringt. In Zeiten des Internets kann man sich relativ leicht eine Waffe besorgen, der Schwarzmarkt ist stets präsent. Zwei der drei Amokläufer waren gemeinsam mit ihren Eltern Mitglied in einem Schützenverein und somit im legalen Besitz zahlreicher Waffen.

Problem wohin man sieht, aber bevor man hier viel Arbeit investiert ist es natürlich wesentlich leichter zu sagen “Killerspiele” sind Schuld an dem ganzen Dilemma. Wenn Jugendliche in die virtuelle Realität flüchten und dort töten und morden ist bereits vieles schief gegangen…

2 Kommentare zu “Counterstrike, Liebling der Amokläufer”

  1. Melanie sagt:

    Hätte der Vater die Waffe nicht liegen lassen, hätte der Junge niemanden erschiessen können.
    Waffen in privaten Haushalten sind total unnötig und gehören meiner Meinung nach flächendeckend verboten…
    Es sollten nur Menschen Waffen besitzen, die sie aus beruflichen Gründen wirklich benötigen. (Polizist, Förster,…)
    Wir sind doch nicht im Krieg.

  2. Hannes sagt:

    Meiner Meinung nach sind Egoshooter nicht schuld an den schrecklichen Massenhinrichtungen. Wahrscheinlich liegt der Auslöser solcher Gedanken viel weiter zurück in der Kindheit. Vielleicht sind in der Erziehung Fehler passiert? Wer weiß, es ist einfach schrecklich…

    Die Reaktion jetzt an den Gesetzen etwas zu ändern ist nur Verständlich, denn was könnten die Politiker sonst machen? nichts… Wird zwar alles nichts bewirken, aber was solls.

    Lg Hannes

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